Library Advisory Boards

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Nachdem jetzt der dritte oder vierte Bibliotheksvendor nachfragte, ob ich nicht an derem Library Advisory Board teilnehmen möchte, frage ich mich so langsam: Bin ich jetzt in das Alter gekommen, wo man nicht mehr produktiv arbeitet, sondern nur noch in Gremien tätig ist? Eine weißhaarige und -bärtige Eminenz? Ich weiß nicht, wie es bei den Gorillas ist: Da gibt es doch auch die Kaste der Silberrücken, die nicht mehr arbeiten sondern nur noch entscheiden, oder?

In den Boards habe bisher eigentlich ganz positive Erfahrungen gemacht. In aller Regel befindet man sich in einem internationalen und inspirierenden Umfeld. Die Beiräte von Nature, UpToDate, NEJM oder Thomson Reuters setzen sich – getreu den jeweiligen Hauptmärkten – hauptsächlich aus US-Bibliothekaren zusammen, d.h. als Europäer (geschweige Deutscher) ist man hier der Exot. Wenn man das mag, kann das sehr lohnenswert sein. Je nach Board ist der Arbeitsaufwand sehr unterschiedlich. Manchmal muss man nur einmal im Jahr was beitragen oder aber hat vierteljährliche Telefonkonferenzen und trifft sich darüber hinaus noch mindestens einmal jährlich in der (amerikanischen) Firmen-Zentrale.

Und genau hier liegt der Knackpunkt: So interessant und spannend ich es auch gefunden hätte, auf dem renommierten NEJM-Board zu sein: Zweimal im Jahr in die Staaten zu fliegen nur für NEJM ist einfach zuviel des Guten. Die übrigen Verpflichtungen und Konferenzen lösen sich ja nicht in Luft auf, und dann ist man schnell drei- oder viermal unterwegs. Man sollte also genau gucken, was man sich alles aufbürdet, „einfach interessant zu sein“ reicht da als Grund nicht aus. Ausserdem habe ich was gegen Nacktscanner und erkennungsdienstliche Behandlungen. Aber mein Vorschlag, doch eines der Board Meetings hier bei uns in Münster stattfinden zu lassen, stieß leider nicht auf Gegenliebe.

Foto: Mila Zinkova, Wikimedia Commons

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