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Die Zukunft des Bibliotheksmarketings

Heute habe ich was Schönes in der Post gehabt: Das Praxishandbuch Bibliotheks- und Informationsmarketing, Hrsg. v. Georgy, Ursula / Schade, Frauke. Es enthält ein Kapitel von mir, in dem ich nicht mehr und nicht weniger als Die Zukunft des Bibliotheksmarketings darlege – soweit sie mir jedenfalls geoffenbart wurde. Obwohl, allerdings, der Abgabetermin August 2011 war und die damals avisierte Zukunft damit jetzt schon hoffnunglos veraltet ist …

Der geliebte de Gruyter-Verlag bewirbt es mit den bescheidenen Worten:

– Erstes umfassendes und systematisches Handbuch
– Methoden, Strategien und Konzepte des Marketingmanagements werden auf Bibliotheken und Informationseinrichtungen angewandt
– Profile und Marken können ganzheitlich aus einer Marketingperspektive entwickelt werden
– Bietet praxisrelevante und theoretisch fundierte Handreichungen

Die Zukunftsfähigkeit von Bibliotheken und Informationseinrichtungen hängt entscheidend davon ab, wie es ihnen gelingt, die gesellschaftlichen, politischen, ökonomischen und technologischen Entwicklungen zu antizipieren und sich dazu im Kontext der Kultur- und Bildungslandschaft mit einem innovativen Dienstleistungskonzept zu positionieren. Das Handbuch überträgt aktuelle Marketingstrategien und -methoden aus einer systematischen Perspektive auf Bibliotheken und Informationseinrichtungen, so dass sie praxisrelevant und theoretisch fundiert sind.

„rüde“

So nannte mich letztens ein Verlagsvertreter. Und es wurmte mich eine lange, lange Zeit. Was war passiert? Ich war gegen Flash, weil ich auf iPads stehe. (Zur Erklärung: iPads mögen kein Flash wegen Steve Jobs. Verlage mögen kein PDF wegen Pirate Bay.)

Will ich rüde sein? Was ist überhaupt „rüde“? Fragen wir mal den Vater aller Synonymverzeichnisse, A.M.Textor: „Sag es treffender“:

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Hmmm, „bäuerlich“ ist nicht so mein Ding, auch nicht „rücksichtslos“. Aber ich habe doch nur meine Meinung gesagt, war ich wirklich so rücksichtslos? Vielleicht ohne Rücksicht auf die Interessen des Verlags. „Grobianisch“? Tool, was es alles für Vokabeln gibt! Aber als Beschreibung für mich? „Kernig, deftig, drastisch“ – ja, so komme ich bestimmt ab und an bei Anbietern rüber. Wenn mir etwas nicht gefällt und ich es in medinfo hinausposaune, kommt manchmal mein Ärger hoch, auch wenn ich den Rat von Jenny Levine (oder war es Krafty?) befolge, es erst am nächsten Tag zu veröffentlichen. Im großen und ganzen – denke ich -, bin ich bei den Anbietern aber als „rauh aber herzlich“ bekannt und so mag ich es auch. Die rauhen Kanten sollen ja bei zunehmendem Alter immer runder werden, habe ich mir sagen lassen – und dann heißt es bald nur noch über mich: „direkt und herzlich“ …

Library Advisory Boards

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Nachdem jetzt der dritte oder vierte Bibliotheksvendor nachfragte, ob ich nicht an derem Library Advisory Board teilnehmen möchte, frage ich mich so langsam: Bin ich jetzt in das Alter gekommen, wo man nicht mehr produktiv arbeitet, sondern nur noch in Gremien tätig ist? Eine weißhaarige und -bärtige Eminenz? Ich weiß nicht, wie es bei den Gorillas ist: Da gibt es doch auch die Kaste der Silberrücken, die nicht mehr arbeiten sondern nur noch entscheiden, oder?

In den Boards habe bisher eigentlich ganz positive Erfahrungen gemacht. In aller Regel befindet man sich in einem internationalen und inspirierenden Umfeld. Die Beiräte von Nature, UpToDate, NEJM oder Thomson Reuters setzen sich – getreu den jeweiligen Hauptmärkten – hauptsächlich aus US-Bibliothekaren zusammen, d.h. als Europäer (geschweige Deutscher) ist man hier der Exot. Wenn man das mag, kann das sehr lohnenswert sein. Je nach Board ist der Arbeitsaufwand sehr unterschiedlich. Manchmal muss man nur einmal im Jahr was beitragen oder aber hat vierteljährliche Telefonkonferenzen und trifft sich darüber hinaus noch mindestens einmal jährlich in der (amerikanischen) Firmen-Zentrale.

Und genau hier liegt der Knackpunkt: So interessant und spannend ich es auch gefunden hätte, auf dem renommierten NEJM-Board zu sein: Zweimal im Jahr in die Staaten zu fliegen nur für NEJM ist einfach zuviel des Guten. Die übrigen Verpflichtungen und Konferenzen lösen sich ja nicht in Luft auf, und dann ist man schnell drei- oder viermal unterwegs. Man sollte also genau gucken, was man sich alles aufbürdet, „einfach interessant zu sein“ reicht da als Grund nicht aus. Ausserdem habe ich was gegen Nacktscanner und erkennungsdienstliche Behandlungen. Aber mein Vorschlag, doch eines der Board Meetings hier bei uns in Münster stattfinden zu lassen, stieß leider nicht auf Gegenliebe.

Foto: Mila Zinkova, Wikimedia Commons